Antiquariat Jürgen Dinter

Lukàcs, Georg von

Von der Armut am Geiste. Typoskript

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Von der Armut am Geiste. Typoskript. Mit hs. Widmung von Lukàcs Für Violetta // 25. VIII 1917. 23 S. 33 x 20,8 cm. Ein Mal gefalzt, die Ränder rissig. 

Dabei: Lukàcs, G. v. Metaphysik der Tragödie. Sonderdruck aus: Logos …  Band 2/Heft 1, S. 79-91. Mit hs. Widmung: „Für Violetta in freudiger und dankbarer Erinnerung an unser Zusammensein am 24. August // Georg“. – Tübingen, Mohr,  1912. Orig-Umschlag, mit Einrissen, Vorderumschlag lose.

In dem berühmten Koffer, den Lukàcs Ende 1917 vor seiner Rückkehr nach Budapest in der Deutschen Bank in Heidelberg deponiert hatte und der 1975 dort entdeckt wurde, fanden sich neun Briefe von Violetta Plinke – Heidelberg, Goethestraße 10 – an Lukàcs. Alle Briefe stammen aus dem Jahr 1917, was zu den Daten der ersten Widmung gut paßt. Antwortschreiben von Lukàcs sind nicht bekannt. 

Violetta Plincke (1883-1968) studierte in Freiburg und Berlin Philosophie und zählte zum Kreis um Rudolf Steiner; von 1919 an war sie für einige Jahre Lehrerin an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, 1924 ging sie nach England, wo sie an Schulen und in Arbeiterbildungsvereinen arbeitete.

In den mir bekannten Lukàcs-Biographien wird bisher der Name Violetta Plinke nicht erwähnt. Wie Herr Prof. Benseler freundlicherweise mitteilte, hat der alte Lukàcs auf die Frage, wer denn diese Dame gewesen sei, geantwortet: „Ich kenne keine ‚Violetta‘.“ 

Von der Armut am Geiste erschien im Dezember 1911 in der ungarischen Zeitschrift „A Szellem“, auf Deutsch 1912 in „Neue Blätter“.